Villa Heike Kunstverein
SYMPOSIUM: Shifting Weathers – On Image, Climate and the Politics of Seeing
Shifting Weathers – On Image, Climate and the Politics of Seeing
Datum: 11.04.2026
Uhrzeit: 12:00–16:00 Uhr
Ort: Villa Heike Kunstverein
Sprache: Englisch
Mit: Prof. Marjolein Oele (Professorin für Philosophy of the Humanities, Radboud University Nijmegen), der Kuratorin und Theoretikerin Daphne Dragona sowie den Künstler:innen Susanne Kriemann, und Luiz Zanotello.
Das Symposium Shifting Weathers – On Image, Climate and the Politics of Seeing widmet sich der Frage, wie Klima und Wetter durch Bilder, Narrative und ästhetische Praktiken wahrnehmbar werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Rolle technischer Bilder in der Vermittlung von Umweltveränderungen und in der Produktion von Klimawissen.
Ausgehend von der Beobachtung, dass Klimawandel heute maßgeblich über visuelle Formate, Datenvisualisierungen und mediale Narrative erfahrbar wird, untersucht das Symposium die politischen, affektiven und epistemischen Dimensionen des Sehens unter Bedingungen ökologischer Transformation. Wie zirkulieren Klimabilder in Medien und visuellen Codes? Welche Formen von Affekt, Wissen und Erfahrung ermöglichen sie, und welche bleiben unsichtbar? Welche Rolle kann künstlerische Praxis dabei spielen, diese Wahrnehmungsweisen zu verschieben oder neu zu denken?
Das Symposium lädt dazu ein, Klima als einen zeitlichen, materiellen und affektiven Prozess zu reflektieren, der sich zwischen individuellen Körpern und planetarischen Systemen entfaltet, und die Strategien zu untersuchen, mit denen Kunst ihn greifbar macht.
Das Programm bewegt sich von der Zirkulation und Standardisierung von Klimabildern über Fragen verkörperter ökologischer Erfahrung bis hin zu medialen Narrativen und KI-generierten Zukunftsbildern. Im Zusammenspiel von künstlerischer Praxis, theoretischer Reflexion und öffentlicher Debatte untersucht das Symposium, wie Bilder, Affekte und Erzählungen unsere Vorstellungen von Klima prägen und zugleich neue Formen des Denkens und Wahrnehmens eröffnen.
Programm
12:00
Sarie Nijboer
Begrüßung und Einführung
12:30
Susanne Kriemann
Performative Reading und Gespräch
Susanne Kriemann (*1972, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Künstlerin sowie Professorin für Code & Image an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und lehrt an der NYU Berlin. Gemeinsam mit Aleksander Komarov organisiert sie seit 2010 die Künstlerinitiative ABA AiR Berlin Alexanderplatz. In ihrer Arbeit entwickelt Kriemann ein erweitertes Verständnis des fotografischen Dokuments, in dem Landschaften als analoge „Aufzeichnungssysteme“ menschlich verursachter Prozesse erscheinen. Ökologische Fragestellungen durchziehen sowohl ihre Themen als auch ihre Arbeitsmethoden, die eng mit archäologischen und geologischen Perspektiven verwoben sind. Ihre Werke wurden international ausgestellt, unter anderem im Stedelijk Museum Amsterdam, in der Kunsthalle Wien und bei der Shanghai Biennale.
13:15
Daphne Dragona im Gespräch mit Luiz Zanotello
Technical, planetary, operational images in the heat of time
Daphne Dragona untersucht die ambivalente Rolle der Technologie in der Klimakrise und Fragen des Degrowth in Kunst und Kultur. Zanotello erforscht die materiellen Ökologien der Techno-Imagination und verfolgt Schnittstellen von Raum, Sprache und Umwelt durch postdigitale und transmediale Ansätze. Ihr Gespräch befasst sich damit, wie Wetter, Zeit und Bildproduktion in zeitgenössischen technischen Medien aufeinandertreffen, sowie mit der Politik des maschinellen Sehens und den Möglichkeiten künstlerischer Aneignung.
Daphne Dragona arbeitet als Kuratorin, Theoretikerin und Autorin in Berlin und Athen. In ihrer Arbeit untersucht sie die ambivalente Rolle von Technologie im Kontext der Klimakrise sowie die Möglichkeiten von Degrowth in Kunst und Kultur. Ihre Projekte wurden international gezeigt, unter anderem bei der Onassis Foundation und dem EMST in Athen sowie bei Laboral in Gijón und Aksioma in Ljubljana. Ihre Texte erscheinen in Büchern, wissenschaftlichen Zeitschriften und Ausstellungskatalogen. Sie war Kuratorin des transmediale Festivals in Berlin (2015–2019) und des EMAF in Osnabrück (2021–2023). Seit 2023 lehrt sie Kuratorische Theorie und Ausstellungsdesign an der Ionischen Universität.
Luiz Zanotello verfolgt eine poetische Auseinandersetzung mit den materiellen Ökologien techno-imaginativer Prozesse. Aus einer intimen Perspektive untersucht seine postdigitale Praxis die Verschränkungen von Raum, Sprache und Umwelt durch transmediale Installationen, Lecture-Performances, künstlerische Forschung und Lehre. Er absolvierte einen Master an der HfK Bremen und ist derzeit Doktorand in Künstlerischer Forschung bei PhDArts (Universität Leiden) in Kooperation mit der HfK Bremen. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Museum of Contemporary Art Zagreb, im Museum für angewandte Kunst Wien, bei der Personal Structures Biennale in Venedig, den Technischen Sammlungen Dresden und beim FILE Festival São Paulo gezeigt. Er war Assistenzprofessor für Neue Medien an der UdK Berlin und lehrte künstlerische Forschung in der Medienkunst. Zanotello ist ehemaliger DAAD-Stipendiat und war Teil internationaler Residenzprogramme wie EMAP sowie der Akademie Schloss Solitude.
14:00
Pause
14:15
Vortrag Prof. Marjolein Oele
Philosophizing Weather in Times of Climate Change: Tracing Altered Senses of Place, Time and Affect
In Zeiten des Klimawandels gibt es eine Fülle naturwissenschaftlicher Studien, die die Fakten und Veränderungen von Wettermustern beschreiben. Allerdings hinterlassen sich verändernde Wettermuster auch vielfältige kognitive, praktische und emotionale Spuren. In diesem Vortrag wird Prof. Marjolein Oele eine philosophische Analyse dafür entwickeln, wie gegenwärtige Wetterphänomene nicht allein durch externe wissenschaftliche Messungen erfasst werden können, sondern auch auf Zeugnisse aus den Geisteswissenschaften und den Künsten angewiesen sind, die einen wertvollen Zugang zu veränderten Wahrnehmungen von Ort, Zeit und Affekt eröffnen.
Marjolein Oele ist Professorin für Philosophie der Geisteswissenschaften an der Radboud-Universität. Ihre Forschung verbindet antike Philosophie, kontinentale Philosophie und Umweltphilosophie. Sie ist Autorin von Beyond Elemental Loss: Shifting Constellations of Water, Fire, Air, and Earth (SUNY, 2025) und E-Co-Affectivity: Exploring Pathos at Life’s Material Interfaces (SUNY, 2020); zudem ist sie Mitherausgeberin von Ontologies of Nature: Continental Perspectives and Environmental Reorientations (Springer, 2017). Oele ist Chefredakteurin der Zeitschrift Environmental Philosophy und Koordinatorin der Radboud-Forschungsgruppe Environmental Humanities.
15:00
Gemeinsame Abschlussdiskussion mit alle Beteiligten und Q&A
ab 16:00
Drinks
JavaScript is turned off.
Please enable JavaScript to view this site properly.