Villa Heike Kunstverein
Artist Talk – All Fours
ARTIST TALK
Julieta Ortiz de Latierro & Paz Ponce
24. Oktober 2026, 18 Uhr
Villa Heike Kunstverein, Berlin
Freienwalder Straße 17, 13055 Berlin
Im Rahmen der Ausstellung All Fours
Wie begegnen wir anderen Körpern und Lebensformen? Wie können wir lernen, sie wahrzunehmen und Beziehungen zu ihnen zu entwickeln, die über eine rein menschliche Perspektive hinausgehen?
Im Rahmen der Ausstellung All Fours lädt der Villa Heike Kunstverein zu einem Gespräch zwischen der Künstlerin Julieta Ortiz de Latierro und der Kunsthistorikerin und Kuratorin Paz Ponce ein. Im Zentrum des Talks stehen Fragen nach Verkörperung, Empathie und Fürsorge sowie nach den sozialen und politischen Bedingungen, unter denen wir Beziehungen zu anderen Lebewesen und unserer Umwelt gestalten.
All Fours ist aus einem partizipativen Performanceprojekt hervorgegangen, in dem Julieta Ortiz de Latierro gemeinsam mit einer Gruppe von Teilnehmenden die Bewegungen nicht-menschlicher Körper erforschte. In Workshops und einer Performance-Aktion am Eingang des Tierparks Lichtenberg experimentierten die Teilnehmenden unter der choreografischen Anleitung von Alena Trapp mit tierischen Bewegungen, Gesten und Rhythmen und verkörperten Tiere auf der Flucht. Aus diesem Prozess entstanden fotografische und filmische Arbeiten. Graw Böckler dokumentierte das Projekt fotografisch, während Eli Börnicke in Zusammenarbeit mit Julieta eine Videodokumentation erstellte.
Im Gespräch mit Paz Ponce wird die relationale und partizipative Dimension von Ortiz de Latierros künstlerischer Praxis weitergedacht. Ponce beschäftigt sich in ihrer kuratorischen Arbeit unter anderem mit Care, Community-Building, Partizipation und sozialen Choreografien. Gemeinsam sprechen sie darüber, wie Kunst Räume für Begegnung schaffen kann – zwischen Menschen, zwischen verschiedenen Spezies und zwischen unterschiedlichen Formen des Wissens und Zusammenlebens.
Julieta Ortiz de Latierro (*1979 in Bahía Blanca, Argentinien) lebt und arbeitet als bildende Künstlerin in Berlin. Sie studierte Bildende Kunst in Buenos Aires und erwarb einen Master of Fine Arts (MFA) im Bereich Public Art und Neue künstlerische Strategien an der Bauhaus-Universität Weimar. Ihre interdisziplinäre künstlerische Praxis umfasst Performance, Fotografie, Installation und Kunst im öffentlichen Raum. Häufig entwickelt sie partizipative Formate, die sich kritisch mit alltäglichen Räumen, sozialen Beziehungen und institutionellen Strukturen auseinandersetzen. Seit 2018 organisiert sie Krit-Kölln, eine in Berlin ansässige Bildungsplattform, die Künstler*innen einen Raum für Austausch und kritischen Dialog bietet. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem in Berlin, Weimar, Buenos Aires, Cali und Zagreb.
Paz Ponce (*1985, Spanien) ist Kunsthistorikerin und Kuratorin mit Sitz in Berlin. Ihre Praxis versteht Kuratieren als eine Form der Fürsorge und des kollektiven Gedächtnisses, mit einem Schwerpunkt auf Community-Building, Partizipation und interkulturellem Austausch zwischen Europa und Lateinamerika. Sie verfügt über umfassende Erfahrung in der Konzeption öffentlicher Programme, die künstlerische Forschung, Civic Engagement und interdisziplinäre Methoden verbinden – von Soundwalks bis hin zu dekolonialen Erzählungen. Als Organisatorin und Produzentin hat sie mehrere Advocacy-Projektplattformen mit Schwerpunkt auf Diversität initiiert, darunter insurgencias.net, neue häute e.V. und Organismendemokratie e.V. Sie arbeitet als Kuratorin für Vermittlung und Outreach am TA T – Tieranatomisches Theater der Humboldt-Universität zu Berlin.
Gefördert durch das Bezirksamt Lichtenberg von Berlin aus Mitteln des Bezirkskulturfonds und die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin.
Bild oben: Performance am Eingang des Tierparks Lichtenberg, 2026. Foto: Graw Böckler.
Bild unten: Videostills aus All Fours von Eli Börnicke in Zusammenarbeit mit Julieta Ortiz de Latierro, 2026.
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